Overblog
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
16. April 2010 5 16 /04 /April /2010 20:54

 

Kritik ist vom Grundprinzip her gut und wichtig!

 

Wikipedia erzählt uns über die verschiedenen Formen der Kritik (franz. critique; ursprünglich aber griechisch) und gibt Auskunft über die „umgangssprachliche“ Kritik:

 

Kritik bezeichnet heute ganz allgemein eine prüfende Beurteilung nach begründetem Maßstab, die mit der Abwägung von Wert und Unwert einer Sache einhergeht.

 

und

 

Umgangssprachlich beinhaltet der Begriff zumeist das Aufzeigen eines Fehlers oder Missstandes, verbunden mit der impliziten Aufforderung, diesen abzustellen.

 

 

Im ersteren Fall nimmt man geäußerte Kritik zur Kenntnis, findet sich damit ab oder geht darauf ein. Im zweiten Fall lässt sich diskutieren, ob die Aufforderung zur Abstellung des kritisierten „Gegenstandes“ gerechtfertigt ist. Der Lehrer in der Schule zeigt dem Schüler also einen Fehler auf und fordert die Abstellung dieses Fehlers. Z.B. einen Rechtschreibfehler. Diese Aufforderung muss aber in jeden Fall eine Erklärung folgen, damit der Schüler die Kritik versteht und daraus „lernen“ kann. Hier also das Wort zukünftig richtig zu schreiben.

 

Wobei wir uns schließlich der sinnvollsten Form der Kritik nähern:

 

Die konstruktive Kritik: eine Kritik, die auf Verbesserung des Gegenstandes abzielt

 

 

Nun, der allgemeine Schüler wird dem Lehrer nur sehr selten widersprechen und sich der konstruktiven Kritik fügen und daraus lernen.

 

Wenn ich also als „Blogger“ meine Besucher und Kommentatoren hier nicht höflich genug behandle und es wird mir mitgeteilt mit einer konstruktiven Begründung (z.B. weil ich nicht auf ihre Äußerungen oder Gedanken eingehe), ist das für mich sehr gut nachvollziehbar und letztendlich mache ich mir Gedanken um diese Kritik und werde mich bemühen, neue Kommentare zügig zu beantworten, wie es mir halt möglich ist.

 

Anders herum kann ich aber vielleicht auch begründen, warum ich erst spät oder gar nicht auf einige Kommentare eingehe: Aus Zeitgründen nämlich und nach ein paar Tagen sehe ich einige Äußerungen oder Gedanken meiner Besucher nicht mehr als relevant an da „veraltet“.

 

Hier ist klar zu erkennen, sowohl Kritiker wie auch Kritisierter haben ihre ganz eigene Begründung und geben sich vermutlich damit auch zufrieden, weil diese logisch nachvollziehbar sind.

 

Das ist natürlich nur ein Beispiel, in der Regel versuche ich alle Kommentare zu beantworten, auch wenn sie schon einige Tage alt sind. Ich möchte nur den Komplex dahinter aufzeigen!

 

 

Es könnte nun aber so sein, dass der Kritiker der Meinung ist, dass gefälligst alle seine Kommentare beantwortet werden müssen, sonst schreibt er gar nichts mehr.

 

Damit bekomme ich als Bloginhaber klar eine Schuldzuweisung zugeordnet. Wenn ich nicht antworte bin ich daran schuld, dass der Kritiker nichts mehr schreibt. Punkt!

 

Ist das aber so einfach?

 

Richtig wäre hier die Feststellung das es an „äußerliche Umstände“ liegt mit der Idee dahinter, das beide, Kritiker und Kritisierte das Recht darauf haben ihre Argumentationen durchzusetzen und letztendlich nach ihrer eigenen Richtigkeit zu handeln. Der eine macht einfach weiter so, aus Zeitgründen und der andere ist „beleidigt“ und schreibt keine Kommentare mehr.

 

Das ist halt das Recht der jeweiligen Person.

 

 

Jetzt möchte ich diese Thematik in zwei verschiedene Richtungen lenken:

 

1. Der Kritiker schreibt dennoch und verbreitet, warum auch immer, seinen Gedanken auch in anderen Blogs, dass schließlich alle Blogger zu faul sind, Kommentare zu beantworten. Damit pauschalisiert er also alle Blogger, was allein schon einmal Unfug ist und darüber hinaus die ausschlaggebende Person eine logische Erklärung für einen Grund hatte, die es zu akzeptieren gilt.

 

So was ist möglich, aber keinesfalls richtig!

 

 

2. Der Kritiker schreibt keine Kommentare mehr da er nicht einsieht, eine gewisse Zeit auf Antworten zu seinen Meinungen und Gedanken zu warten.

 

Damit wäre aber niemanden geholfen, letztendlich müssen beide „Parteien“ wissen, was ihnen wichtig ist. Schlimmstenfalls würde ich also einen Leser/ Kommentator weniger haben. Das kann und muss ich dann akzeptieren, nicht aber, wenn der Kritiker permanent und überall schreiben (flamen nennt man das im MMO) würde, dass alle Blogger scheiße sind, weil sie ja eh nie antworten…

 

Ich glaube hier hilft nur das Ignorieren einer solchen (fiktiven) Person. Der Mensch ist aber auch kann aber auch ein seltsames Wesen sein… 

 

 

Zurück zur Kritik

 

Kritik ist wichtig und richtig, wenn sie im logischen Zusammenhang steht und vor allem konstruktiv geäußert wird und damit helfen kann an sich selbst und seinen Fehlern zu arbeiten. Nur wer Kritikfähig ist kann sich weiterentwickeln und wachsen. Durch Fehler wird halt auch immer gelernt. In meinem oben genannten Beispiel habe ich das z.B. gemacht, über die Kritik nachgedacht und meine Meinung darüber geschrieben.

 

Auch wenn diese Kritik vielleicht erstmal für mich unangebracht gewesen ist, sollte man sich damit einmal auseinandersetzen. Sichtweisen verschiedener Menschen können schon mal gewaltig voneinander abweichen und das gar nicht unbedingt böswillig, dass weiß ich aus eigener Erfahrung…

 

… und schade wenn es wegen solchen eigentlichen Kleinigkeiten Streit und Zwietracht gibt.

 

 

Formen der Kritik

 

Wir wissen jetzt, dass es berechtigte Kritik gibt, welche durch logische Lösungsvorschläge begreifbar und behebbar gemacht werden kann. Konstruktive Kritik also. Sie hilft allen.

 

Wir wissen jetzt, dass es „unglückliche“ Konstellationen (durch äußerliche Umstände) gibt, die sogar eskalieren können weil keiner „nachgeben“ möchte weil er „glaubt“ er handle in Richtigkeit. Das kann man unter Umständen Missverständnis nennen, weil sich einfach falsch verstanden wird, oder sich verstehen will (irgendwann werden Gegebenheiten nicht mehr objektiv von der eigenen Person bewertet).

 

Da kann Selbstkritik enorm helfen:


Selbstkritik: die differenzierte Überprüfung eigenen Verhaltens und/oder eigener Anschauungen, in Hinsicht auf bestimmte Kriterien, wie z. B. ethische: "Bin ich wirklich tolerant?"


Selbstkritisch zu sein ist eine menschliche Stärke. In meinem Beispiel könnte sich der Lehrer vielleicht geirrt haben und auch einmal ein Fehler gegenüber dem Schüler gemacht haben (unsere Rechtschreibung kann ja auch ganz schön kompliziert sein *g*), der gar nichts falsch geschrieben hat.

 

Oder der (fiktive) Kommentator in meinem Blog könnte zur Einsicht gekommen sein, die Welt dreht sich nicht nur um ihn. Der Blogbetreiber hat nun mal wenig Zeit und muss es den anderen Besuchern/ Kommentatoren ja auch recht machen. Er sollte sich also gedulden (= tolerant sein).

 

Keine Selbstkritik aber auch eine Möglichkeit: Mir ist der fiktive Kommentator wichtig, da er sich ansonsten logisch und bemüht verhält und durch seinen ansonsten netten Handlungen für gute Kommentare und Diskussionen sorgt und so mein Blog unterstützt. Aus diesen Gründen könnte ich, obwohl mit wenig verfügbarer Zeit, ihn und seine Kommentare gegenüber anderen bevorzugen. Wobei das natürlich etwas albern wäre…

 

… wie gesagt, alles nur Beispiele.

 

 

Toleranz

 

Ich glaube jeder von uns ist auf verschiedene Weisen intolerant bzw. kann in bestimmten Situationen intolerant werden.

 

Ich z.B. beim Autofahren. Die Masse der LKWs und die „Noobs“ die kein Autofahren können, ignorierend und ohne Voraussicht. Ich erwische mich beim unbewussten Kopfschütteln, mit kleinen leisen Flüchen wo jeder Hexenmeister neidisch werden könnte oder Aussagen wie „LKWs dürften gar nicht mehr auf unsere Straßen fahren…“ oder „Wieder nur Idioten unterwegs…“

 

Ist das tolerant?

 

Mitnichten, ich pauschalisiere und bewerte die Situation unfair. Als letztes die Debatte um Verkehrsminister Ramsauer über generelles Überholverbot für LKWs die Rede war, nickte ich sofort: Ja, klares Überholverbot für LKW. Sie sind an den Groß der schweren Unfälle und Vollsperrungen schuld. Denkt man aber etwas weiter und setzt man sich damit auseinander, ist das Überholen für LKWs sogar wichtig und sinnvoll. Es gibt den Fahrern nötige Abwechselung und beugt so auch Unfällen vor, außerdem sind 10 km/h schnelleres fahren für LKWs auf eine Strecke von 1000 KM nicht unerheblich.

 

Nur ist es schwer, da ruhig zu bleiben und so werde ich sicherlich auch weiterhin im Auto „flamen“ und ist das jetzt besser oder anders als Spieler, die sich in WoW über langsamere Mitspieler monieren, weil es ihnen in heroische Instanzen nicht schnell genug geht?

 

Der Unterschied ist, ich behalte meine abweisende Haltung/ Meinung allenfalls bei mir im Blog Auto und setze damit meinen Unmut nicht den anderen Autofahrern aus. Nur was macht ihr wenn hinter euch einer Lichthupe macht mit seinen ach so tollen Xenon-Scheinwerfern am drängeln ist, obwohl ihr selbst anhand der Verkehrsdichte gar nicht schneller fahren könnt? Vielleicht erwischt ihr euch ja auch mal dabei, wie ihr dann etwas reizt z.B. mit langsamerer Geschwindigkeit…

 

… nein der Unterschied ist, ich muss mit dem Auto fahren, um zur Arbeit zu kommen. Instanzen spielen mit anderen Spielern ist nur ein Hobby, wenn Hobbys keinen Spaß mehr machen, sollte man sich eben etwas anderes suchen. Den Luxus hab ich mit dem Auto so nicht.

 

Da bleib ich lieber beim „stillen“ meckern in meinem Auto, welches keiner weiter mitbekommt…

 

…und ein wenig mehr Toleranz würde sicher vieles erleichtern!

 

 

Du Arsch oder Sie Arsch?

 

Beleidigungen, wenn auch nur in Form von Gesten, sind im Straßenverkehr sicherlich nicht selten, wer von uns hat nicht schon aussagekräftige Gesten im eigenen Fahrzeug vorgenommen? Genau wie im Internet ist ein Grund sicher eine gewisse Anonymität. Schaut man sich einmal im Internet um, sind Beleidigungen in Diskussionen (z.B. Foren und Blogs) relativ weit verbreitet. Egal zu welcher Thematik, sobald unterschiedlich Auffassungen aufeinander treffen, sind konstruktive Diskussionen kaum noch möglich. Schuld daran ist wohl überwiegend die oben erwähnte, „schützende“ Anonymität. Ich bin der festen Meinung, im RL würden die gleichen Diskussionen niemals so beleidigend werden…

„Hinter der (relativen) Anonymität einer Spielfigur lässt sich halt relativ einfach flamen und die eigenen Unzulänglichkeiten öffentlichkeitswirksam ausleben… wers braucht, bitte. Kann man aber auch getrost ignorieren solche Leute und hat auch nix dabei verpasst^^.“

Quelle: Kommentar in More Flame – The Massively Multiplayer Online Flame

 

 

Derzeit ist es schwer für mich, interessante Diskussionen zu finden, in der wenig toleriert und dafür umso mehr beleidigt wird…

 

Daraus ergibt sich leider, so interessant diese Diskussionen auch sind, dass ich nicht mehr gewillt bin zu diskutieren und daran teilzunehmen, weil ich den Ausgang bereits kenne. Das mag langweilig erscheinen, für mich aber die sinnvollste Lösung, was soll ich mich auch von anderen untoleranten (bis hin zu aggressiven) Menschen beleidigen lassen, nur weil ich nicht oder nur teilweise ihrer Auffassung bin? Wobei ich das jetzt nur in meiner Situation als WoW-Spieler und Blogger beziehen und bewerten kann. Aber wie schon erwähnt, dieses „Phänomen“ gibt es so jeder möglichen Thematik im Internet. Es ist auch interessant zu beobachten, dass der Ablauf einer solchen Diskussion immer wieder nach gleichen Mustern folgt.

 

 

Kritik und Diskussion

 

Was hat denn nun eigentlich Kritik mit Diskussion zu tun?

 

Ganz einfach in Diskussionen wird über einen „Gegenstand“ (Zustand, Person, Information) geredet und damit meist auch bewertet und das alleine ist schon eine Form der Kritik.

 

 

Warum Beleidigungen?

 

Das ist eine interessante Frage und sicher nicht einfach zu beantworten. Was ist denn bereits eine Beleidigung? Ich sage einfach mal, Beleidigungen sind persönliche Angriffe, aus welchem Grund auch immer. Sie haben nichts zu suchen in Diskussionen und auch nicht dann, wenn die Beleidigung aus einer Richtigkeit heraus geäußert wird. Z.B. sagt der oben genannte (fiktive) Lehrer zu seinen Schülern, wir schreiben jetzt ein Diktat. Ein Schüler sagt, dass er es nicht könne. Da kann der Lehrer nicht sagen: „Du Idiot bist doch eh zu dämlich dafür…“

 

Er hat das gute Recht das Diktat zu schreiben und zu erklären warum er das tut, er hat aber nicht das Recht, den Schüler so zu beleidigen. Vor allem nicht, weil er den Grund der Aussage des Schülers nicht kennt. Noch viel weniger dürfte er sagen, dass alle seine Schüler Idioten seien, damit pauschalisiert er nämlich.

 

Nur ein Beispiel.

 

Hier habe ich einen sehr interessanten Beitrag gefunden:

 

Warum beleidigen Menschen andere Menschen

 

„Durch Beleidigungen macht man den Gegenüber schlecht und steht dadurch selbst besser da. Viele machen das, um Pseudo-Macht zu gewinnen.
Da man bei Beleidigungen oft noch die Lacher auf der eigenen Seiten hat, steht man im Mittelpunkt und kann einem gewissen Geltungsbedürfnis gerecht werden.
Meistens ist das ein Anzeichen von Minderwertigkeitskomplexen und daraus resultierender Unsicherheit.
In Diskussionen erlebe ich es auch noch oft als Zeichen fehlender sachlicher Argumente - die Diskussion wird vom sachlichen Standpunkt auf eine persönliche Ebene verlagert…“

 

Menschen beleidigen Menschen aus verschiedenen Gründen:

 

Aus Frust und aus Ärger über diverse Umstände oder über sich selbst, aus Komplexe, aus Angst, aus fehlender Argumentationsmöglichkeiten heraus oder weil man sich falsch verstanden fühlt oder weil es Normalität (warum auch immer) ist oder auch Aggression wären einige mögliche Ursachen.

 

"Wird bei einem Argument der Gegner unerwartet böse, so muß man dieses Argument eifrig urgieren: nicht bloß weil es gut ist ihn in Zorn zu versetzen, sondern weil zu vermuten ist. daß man die schwache Seite seines Gedankenganges berührt hat und ihm an dieser Stelle wohl noch mehr anzuhaben ist, als man vor der Hand selber sieht."

 

(Arthur Schopenhauer)

 

 

Destruktive Kritik

 

Wir sind jetzt bei der letzten bekannten Form der Kritik. Wikipedia schreibt dazu:


Destruktivität (lateinisch destruere „niederreißen“, „zerstören“) beschreibt die zerstörerische Eigenschaft von Dingen oder Sachlagen bzw. die zerstörerische Geisteshaltung oder Handlungsweise von Menschen. Sie ist das Gegenteil von Konstruktivität oder Produktivität.


Umgangssprachlich wird „destruktiv sein“ ähnlich wie oder als Steigerung von „negativ“ benutzt. Der Vorwurf der Destruktivität in einer Diskussion meint die Überbetonung negativer und feindselig kritisierender Elemente. Im Gegensatz dazu werden bei konstruktiver Kritik auch konkrete Verbesserungsvorschläge ausgedrückt.


Ich verstehe destruktive Kritik als vernunftloses „zerreißen“ eines Gegenstandes (Zustand, Person, Information), welches zwar für die jeweilige Person als „Übel“ gesehen wird/ werden kann, jedoch dieser letztendlich nicht zusteht, darüber in einer solchen Form der Kritik zu urteilen, vor allem wenn der Gegenstand keinerlei Böswilligkeit zu unterstellen ist, sondern nur die Freude und Hingabe anderer Menschen ausdrückt, die durch eben einer solchen zerreißenden Kritik abgewertet und sogar zerstört werden kann.

 

Einfach mal… drüber nachdenken.

 

 

Tenor

 

Lange Rede kurzer Sinn, worauf ich hinaus möchte:

 

Lasst euch berechtigt (und konstruktiv) kritisieren, aus unseren Fehlern lernen und daran wachsen. Lasst euch aber nicht durch destruktive Kritik beleidigen. Destruktive Kritik, wie ich sie verstehe, ist nicht hinnehmbar und wird von mir zu jederzeit entgegen gewirkt, egal ob als Blogger und WoW-Spieler oder im RL, ich brauch und muss mich dafür nicht hinter irgendwelche anonymen Pixel verstecken.

 

Und nicht vergessen: Es gibt auch positive Kritik, sie lobt und gibt Anerkennung.

 

Danke fürs „zuhören“…

 

 

Die Kritik bei Wikipedia


Diesen Post teilen
Repost0

Kommentare

Kat 04/17/2010 18:08



Na da bin ich ja froh, dass es doch nicht ganz so aktuell/ernst ist. Irgendwie kam es bei mir so an.


Und ansonsten: Sehr gerne. Danke dir für den ausführlichen Artikel.


 


Warum solche Situationen immer und immer wieder entstehen? Ich denke das ist menschlich.


Der Nachteil liegt hier nur darin, dass man sich, wenn man sich real gegenüber sitzt doch eher wieder versöhnt, schneller einlenkt/nachgibt, ein Bierchen trinkt und gut is wieder, als wenn man
sich mehr oder weniger anonym im Internet begegnet.


 



Aies 04/17/2010 14:36



Danke Kat, für deine ausführlichen Gedanken!  *freu*


 


Ich hab eben (mal wieder ) wenig Zeit (bekommen gleich besuch), aber schnell zwei Dinge:


 


1) Ich habe Beispiele geschrieben, also mit mir und einem fiktiven Kommentator, das ist so noch nicht passiert und solte lediglich zur Anschauung dienen, wie komplexe Situationen entstehen
können, wenn man sich "nur" schreibt.


 


2) Ich mag Diskussionen, aber auf den "normalen" Weg und nach Regeln eines solchen Gespräches: Diskussionen meide ich (will ich meiden) in einigen betreffenden Blogs, wo es oft dann nur Streit/
Beleidigungen gibt. Das möchte ich mir nicht mehr antun, es ist als, ja Personenbezogen, ich möchte wirklich nicht pauschalisieren...


 


Das Thema beschäftigt mich schon einige Zeit, aber nicht so ernst wie es vielleicht rüber kommen mag, mich interessiert es, warum aus verschiedenen Meinungen Situationen ergeben, wo
schlechtensfalls keiner miteinander mehr redet?


 


Wie gesagt, ein Grundsatz, dieser Beitrag Kat, nochmal danke!


 


Grüße Aies



Kat 04/17/2010 13:43



Wow, was für ein Essay. Hut ab, da hast du dir sehr viel Mühe gegeben. Das Thema scheint dich (vermutlich in letzter Zeit? unmittelbar betroffen zu haben) und ich vermute mal ins Blaue hinein,
dass es dich sehr beschäftigt, auch wenn du es gerne zu den Akten legen würdest. Also den Vorfall.


Ich habe keine Ahnung, wie es dazu kommt, dass du dich damit so intensiv auseinander setzt, aber:


 


Soviel Arbeit verdient Anerkennung, interessant ist der Artikel allemal, also habe ich mir beim Lesen Notizen gemacht und versuche das, was ich dazu konstruktiv (! ;)) anmerken möchte,
wiederzugeben. Hoffentlich wirds nicht zu unübersichtlich...


 


Zum Thema "Kommentare beantworten/nicht beantworten": Für mich gibt es da zunächst zwei Fälle.


a) ein Leser stellt eine Frage/gibt Hinweise Tipps/zweifelt Hintergründe bzw den Inhalt an


b) der Leser gibt ein allgemeines Lob (etwa zum Schreibstil oder zur Themenwahl), lobhudelt vielleicht auch nur oder macht durch einen kurzen Kommentar klar, dass er Anteil nimmt (ob nun durch
Trauer oder Freude ist ja wurscht)


Im Fall b) braucht der Blogger meiner Meinung nach gar nicht reagieren. Kann, muss aber nicht. Jedem Kommentierenden sollte klar sein, dass sich der Schreiber über Lob und Anteilnahme freut, das
sollte reichen. Für beide Seiten.


 


Im Fall a) ist es natürlich netter, wenn der Autor zumindest kurz anzeigt, dass er die Einwände oder Hinweise des Lesers gesehen und gelesen hat. Es muss sich aber meiner Meinung nach nicht
zwingend eine (fruchtbare) Diskussion entwickeln. Wer kommentiert kann in KEINEM Fall erwarten, dass er beachtet wird. Dem Kommentator steht es natürlich frei als Konsequenz zu sagen: Ok, hier
fallen meine Perlen nicht auf fruchtbaren Boden, hier will ich nichts mehr sagen. Dem Blogger aber kann kein Vorwurf gemacht werden, denn nirgendwo hat er sich dazu verpflichtet, Rede und Antwort
zu stehen.


Wenn er nicht zum Diskutieren bereit ist, ist das seine Entscheidung und ggf. sein Verlust. Nicht mehr und nicht weniger.


Die (persönlichen) Beweggründe eines Autors zum Antworten oder Nicht-Antworten sollten dabei niemals relevant sein! In dem Artikel stellt er ja nicht seine Person zur Diskussion, sondern (in der
Regel) ein allgemeines Thema. Ob jemand nun aus Zeitmangel nicht antwortet oder aus Unlust ist dabei ganz egal, finde ich.


 


Die unbedingte Forderung eines Kritikers nach Antwort ist vor allen Dingen insofern albern und zeugt von Unreife, als diese Person einen wesentlichen Punkt nicht verstanden hat: Sie liest einen
Artikel, denkt darüber nach, setzt sich kritisch damit auseinander UND schreibt ihre Gedanken dazu nieder. Durch diesen Prozeß hat jeder, der das ernsthaft macht, schon unglaublich viel dazu
gewonnen. Erst wenn man über Dinge nachdenkt und diese Gedanken auch formuliert, fängt man wirklich an zu lernen, bzw die eigenen Denkweisen zu verfeinern.


Ob nun eine Diskussion entsteht oder nicht? Egal. Ich habe mir Gedanken gemacht und bin mir selbst in meinem Standpunkt klarer geworden (entweder gefestigt worden oder nachdenklich gestimmt) - ob
ich wiederum den Autor durch meine Gedanken "bekehre" kann mir zunächst egal sein. Der persönliche Zugewinn sollte entscheidend sein.


Den hatte der Autor sicherlich beim Schreiben und eben der Leser beim kritischen Lesen. Win-Win!


Ich wiederhole: Natürlich ist es immer Schade, wenn eine potentielle Diskussion im Keime erstickt wird. ABER niemand ist zu diesem Zeitpunkt benachteiligt worden. Beide Seiten haben etwas
gewonnen. Davon bin ich überzeugt.


 


Wenn nun der Kritiker wie in deinem Beispiel mit einer Pauschalisierung auf alle Blogs reagiert, hat er sich damit ohnehin den Boden unter den Füßen genommen. Nie kann einer für alle stehen! Wie
soll denn das funktionieren? Oder haben die Borg uns nun doch assimiliert... ;)


Vielmehr zeigt das nur eines: Der Kritiker, der seine Perlen für so wertvoll hält, dass sie keineswegs ungehört in den Tiefen des Internet verhallen sollen, MUSS selbst bloggen, sich die Zeit
nehmen und Mühe machen, das Thema genauer seiner Meinung entsprechend zu entfalten. Und sich DANN wiederum der Kritik seiner Leser stellen. Dann ist es auch an ihm, eine Diskussion zu entfachen
und zu leiten - ganz seinen Wünschen entsprechend.


Wenn ein Kritiker mit all dem nicht Leben kann, gibt es nur eine Konsequenz: Er darf keine Blogs lesen (und ganz sicher nicht die, die ihm nicht zu sagen). Keinesfalls sollte sich der Blogautor
verbiegen um zu gefallen (angenommen du hast einen Freund, der wiederum einen Freund mit zu dir nach Hause bringt, den du aber bis dahin nicht (oder nicht gut kennst) und dieser kritisiert dann
die Aufteilung deiner Räume, die Anordnung deiner Möbel und die Wahl deiner Vorhänge - und erwartet auch noch, dass du dich dafür rechtfertigst? - das Beispiel ist vielleicht etwas wackelig, ich
denke aber es trifft den Kern schon auch):


DU als Blogautor solltest dich nicht vor etwaigen Konsequenzen der nun überall flamenden Person fürchten. Niemand, der selbst ein wenig denken kann, wird einem solchen Flamen unreflektiert
folgen.


Und diejenigen, die es doch tun? Ganz ehrlich, will ich solche Leser haben? Nö. Ich denke, jeder andere etwaige Leser, der auf so etwas aufbauend ins selbe Horn stößt, kann einem getrost verloren
gehen (auch verpasste Diskussionen mit diesen brauchen einen nicht traurig zu stimmen, denn ganz bestimmt passt dann der Hintergrund zu einem nützlichen und beider Seiten gewinnbringenden Diskurs
ohnehin nicht).


 


Streiten sollte man sich wegen so etwas wahrlich nicht. Weder im Netz, noch im RL.


 


Zum Thema grundsätzliche Bevorzugung von Kommentaren eines Lesers vor denen anderer, eben weil du Zeitmangel hast und betreffender Kritiker empfindlich ist: Dann braucht man keinen öffentlichen
Blog. Jemanden mit Seidenhandschuhen anfassen? In deinem Blog? Warum solltest du das wollen? Ich kann mir da nur vorstellen: Die Person ist über die Funktion als Kritiker hinaus dir wichtig (etwa
jemand, den man anhimmelt o.ä.) ODER die Person ist bekannt und ihr Ruhm färbt auf diejenigen ab, die sie berührt (quasi ;)). Da musst du dir natürlich überlegen, ob dir so etwas wichtig ist.


Ich persönlich bin der Meinung: Wir sind WoW-Blogger! Freizeit-Blogger! "Ruhm und Ehre" sollten niemals die Motivation zum Bloggen für uns Sein. Entweder wir haben etwas zu erzählen, zu teilen,
zu erklären. Oder auch nicht. Und entweder jemand liest das, weil es berührt, weil es anspricht oder anregt. Oder auch nicht. Soweit ich weiß, verdient niemand von uns seinen Unterhalt mit seinem
WoW-Blog, oder? Es geht also niemals um Leben und Tod. ;)


Nochmals die Frage: Wie weit willst du dich verbiegen, um einer Person gerecht zu werden? Um einer Person zu gefallen? Und was bekommst du dafür? Ist es das wert?


 


Dein Absatz über Toleranz gefällt mir sehr gut. Und ich kann es nur immer wieder wiederholen: Niemand ist gezwungen, einen Blog zu lesen. Vermeidung ist im Internet nun wirklich sehr einfach und
nicht zu vergleichen mit einer Situation am Arbeitsplatz o.ä.


 


Zum Thema Beleidigungen:


DAS geht im schriftlichen Austausch meiner Meinung nach gar nicht. Hier besteht ein riesengroßer Unterschied zum direkten vis à vis, bzw der spontanen Rede, bei der einem schon einmal was
rausrutschen kann.


Beim Schreiben kann man nachdenken, genau formulieren, abwägen, löschen und vor allen Dingen innehalten, bevor man auf Absenden drückt. Wer beleidigend wird, ist seinen Gefühlen und diesem Medium
nicht gewachsen und fühlt sich ohnmächtig, kraft- und machtlos. Vermute ich mal. Ich hab die Weisheit ja auch nicht mit Löffeln gefressen. ;)


Richtig, im RL würden 80% der Personen, die zur Beleidigung greifen, nicht so reagieren, denn sie würden sich vermutlich gar nicht erst an Diskussionen beteiligen. Aus Angst und Unsicherheit.


 


Sehr sehr schade und erschreckend finde ich, dass du schreibst, du seist nicht mehr gewillt zu diskutieren "da ohenhin alle Diskussionen gleich enden". Hier machst du das selbe, was du dem
beleidigten Kritiker vorwirfst: Du pauschalisierst.


Beleidigen lassen muss man sich nicht. Zurückschlagen auch nicht. Aber man kann versuchen tief durchzuatmen, die Sache zu verdauen, zu reflektieren, etwas für sich selbst herauszuziehen und dann:
weiterzumachen.


Ich habe das Gefühl genau das versuchst du hier gerade zu tun. Du kämpfst dich frei, das finde ich super.


Wenn du dich beirren lässt, beschneiden in dem was DU gut und richtig findest und gerne tust, dann hat die Person, die mit unfairen Mitteln OHNE JEGLICHE GRUNDLAGE kämpft gewonnen.


Das "ohne jegliche Grundlage" bezieht sich auf den hier geschilderten Streitfall, in dem die kritisierende Person, die ungerechte Behandlung in der Nicht-Beantwortung eines Kommentars sieht. Nur
nochmal zum ins Gedächtnis rufen. ;)


Also nochmals: Beleidigen lassen natürlich nicht, aber dafür selbst auf die Chance zu gewinnbringenden, fruchtbaren Diskussionen gänzlich zu verzichten?


So wie du deine Beiträge schreibst, wieviel (offensichtliche) Zeit und Mühe du darin invenstierst, kann ich mir nicht vorstellen, dass das für dich die Lösung ist.


 


Und das waren meine fünf Cent. =)


 



Aies 04/16/2010 22:26



Nein Cil du hast gar nichts verpasst! *nick*


Dieser Beitrag war schon vor einiger Zeit geplant, weil mich bestimmte Dinge schon länger beschäftigen, nichts was jetzt explizit WoW als Spiel oder als Blog/Forum betreffen würde...


 


...wobei es in dieser Beziehung immer wieder Beispiele gibt, zuletzt hat ja Kai davon berichtet.


 


...aber schön mal wieder von dir zu hören/ lesen! 


 


Grüße Aies



Cil 04/16/2010 22:08



Öhm...wat hab ich nen nu wieder verpasst?  


Na egal, keine Zeit, keine Zeit *Taschenuhr zück und in rasantem Tempo durch Blogs hoppel, um wenigstens mal kurz nen Kommi dazulassen*