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10. Dezember 2010 5 10 /12 /Dezember /2010 21:04

Zum 1. Januar 2011 wird ein neues Gesetz zum Jugendschutz im Internet in Kraft treten:

Welches vorsieht Online-Inhalte (Webseiten, Blogs, Foren, etc.) mit einer Sendezeitbeschränkung und Altersfreigabe zu versehen. Die Klassifizierung einer Website - oder einzelner Inhalte - kann vom Webseiten-Betreiber freiwillig getroffen werden. Webseiten, die keinerlei jugendgefährdenden Inhalte (ob in Bild-, Ton- oder Schriftform) bereitstellen, müssen diesem demnach nicht nachkommen.
Dies gilt nur für Seiten, deren Content für jeden User unter 12 Jahren geeignet ist.
Ich stelle diesen Blogbeitrag jetzt einfach mal ungeniert hier rein:

Wie heise.de und einige andere Seiten berichten, haben die ersten Blogs angekündigt wegen dem neuen Jugendschutzregelungen die am 1.1.2011 in Kraft treten dicht zu machen.

Was ist los?
Zur Erklärung: Ab dem 01.01.2011 gilt ein neues Jugendschutzgesetz, dass sich auch auf Blogs, als auch rückwirkend auf alle älteren Bloginhalte auswirkt. Blogs müssen – um es kurz zu machen – eine Alterskennzeichnung vorweisen oder mit Ärger und Abmahnungen rechnen.

Von heise.de:
Die Novellierung des Jugendmediendienstestaatsvertrags (JMStV) sieht vor, dass ab 2011 jeder Anbieter seine Webseiten auf jugendgefährdende Inhalte hin überprüfen, klassifizieren und Maßnahmen zum Schutz der Jugend vor diesen Inhalten treffen muss. Die Klassifizierungsstufen beruhen dann auf den aus dem Filmbereich bekannten Altersfreigaben (ab 0, 6, 12, 16 und 18 Jahren). Die Pflicht zur Einordnung des Inhalts soll für jede Webseite gelten. Für die meisten Betreiber von Websites wird aus rein praktischen Gründen weder die mögliche Verwendung einer technischen Altersprüfung noch eine “Sendezeitbeschränkung” in Frage kommen. Ihnen bleibt dann nur die im JMStV vorgesehene Kennzeichnung der Website mit einer durch die geplanten Jugendschutzprogramme auslesbaren Altersfreigabe.

(No) Shit Sherlock
Das diese Regelung natürlich absoluter Unsinn ist, muss ich nicht sagen – kleine Blogger, also Leute die ihre Blogs umsonst oder gegen einen kleinen Gewinn in das Netz stellen werden so verunsichert. Und natürlich könnte diese neue Verunsicherung in einer kleinen Welle an gelöschten Blogs resultieren, weil man keine Abmahnungen erhalten möchte – oder man aufgrund falscher Alterskennzeichnung ein Bußgeld von bis zu 500.000 Euro kassieren könnte.

Wieder einmal haben unsere Politiker Realitäten des Netzes und deren Kultur verkannt.  Und wieder einmal werden indirekt die Eltern für “zu blöde” erklärt ihre Kinder zu erziehen. Dazu kommt, dass bis jetzt noch gar keine Programme angeboten werden, die irgendwelche Alterseinstufungen auslesen könnten.

Ich glaube auch nicht, dass das bei unserer Regierung/Bürokratie solch ein Programm überhaupt kommen wird. Die Bundesregierung soll ein Programm anbieten und entwickeln (lassen), dass auf mindestens einem dutzende verschiedener Betriebssysteme Webseiten filtern kann? Betriebssysteme zu denen auch noch im Laufe von maximal 2 Jahren immer wieder ein neues dazu kommt?

Von t3n.de
Es ist zu erwarten, dass die Anbieter von freiwilligen Schutzkontrollen wie die FSM solche Software anbieten werden. Es ist zweifelhaft, ob diese bei der

- Vielfalt der technischen Zugangsmöglichkeiten zu Internetinhalten (PC, Handy, Tablet),

- der Anzahl unterschiedlicher Inhaltsarten (Chats, Foren, Social Networks, Blogs, Shops) und

- der den Eltern oft überlegenen Fähigkeit der Jugendlichen

im Sinne des Gesetzes geeignet sein wird.

Von t3n.de
Kurz gesagt läuft die Wahlmöglichkeit der Kennzeichnung derzeit leer. Wer sich jetzt schon die Mühe macht z.B. „ab 16“-Hinweise auf seiner Seite anzubringen, aber irgendwann ein System kommt das über Metadaten oder andere Schnittstellen funktioniert, dessen Aufwand war umsonst.

Wer sich mehr über den neuen JMStV informieren will, sollte diesen informativen Text lesen.

Quelle

Zitat (FSM.de):
Eine Pflicht zum Handeln besteht in der Regel also nur dann, wenn Inhalte „ab 16 Jahren“ oder „ab 18 Jahren“ angeboten werden.

Zitat (FSM.de):
Die Gefahr eines Bußgeldes besteht nur dann, wenn die Altersstufe vorwerfbar falsch gewählt wurde. Dies ist z.B. dann der Fall, wenn der Anbieter wider besseres Wissen gehandelt hat. Ob ein Bußgeld zu verhängen ist oder nicht, entscheidet die zuständige Aufsichtsbehörde und berücksichtigt dabei die Umstände des Einzelfalls.
„Viele Webseiten- und Blog-Betreiber fürchten nun eine Abmahnwelle seitens findiger Rechtsanwälte, weswegen sie das Risiko erst gar nicht eingehen.“

- Interessante Einschätzung zum Thema:
http://www.lawblog.de/index.php/archive ... en-konnen/

Quelle

Ich möchte jetzt keine unnötige Aufregung verbreiten, finde die Tatsache, dass auch einfache Blogs zukünftig eine „Altersfreigabe“, einfach gesagt, erhalten sollen, schon für sehr… strittig interessant und weiß auch nicht was genau ich davon halten soll. Aber vermutlich nur die logische Konsequenz der Medienausrichtung der letzten und auch der nächsten Jahre…?

Wird es also darauf hinauslaufen das zusätzliche (Jugendschutz-)Programme, eine so genannte Klassifizierungshilfe* (http://www.fsm.de/de/jmstv-2011), welche es bislang noch gar nicht gibt, Internetseiten (Blogs, Foren) abgleichen und so Zugang der entsprechenden Altersvorgabe gewähren? Oder wird sich das ganze im Sande verlaufen und wird zurzeit einfach nur alles unnötig „hoch gekocht“?

* Für private Anwender (z.B. Blogger, private Webseiten) wird die Benutzung des Klassifizierungssystems selbstverständlich kostenlos sein. Dies gilt auch für Nichtmitglieder der FSM.

USK12.jpg

Wie geht ihr mit dieser Problematik um? Was ist eure Meinung und wie bereitet ihr euch und eure Blogs darauf vor? Wir WoW-Blogger müssten unsere Blogs demnach ja dann die Altersfreigabe „Ab 12“ ausweisen, da die Altersfreigabe von World of Warcraft ja ab diesem Alter ausgestellt wurde…

Anhang: NRW kippt den Jugendmedienschutz-Vertrag

Über viele Jahre wurde der neue Jugendmedienschutz-Staatsvertrag ausgehandelt. Unter anderem sah der Staatsvertrag eine freiwillige Alterskennzeichnung von Internetseiten vor und dass jede Seite einen Jugendschutzbeauftragten im Impressum nennen müsste.

Dieser Staatsvertrag sollte nun von allen 16 Bundesländern ratifiziert werden. Diese Ratifizierung ist eigentlich nur eine reine formsache, da an der Ausarbeitung des Staatsvertrages alle Ministerpräsidenten beteiligt waren.

Nur hat niemand mit Nordrhein-Westfalen gerechnet. Ausgehandelt hatte den Staatsvertrag damals noch NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) mit der Zustimmung der FDP, der SPD und den Grünen. Mittlerweile regiert aber eine Rot-Grüne Minderheitenregierung im Landtag und überraschenderweise verkündeten CDU und FDP, dass sie jetzt doch gegen den Staatsvertrag stimmen werden. Davon überrascht, verkünderten auch SPD und Grüne, die aber ohnehin keine Mehrheit hätten, dass sie dem Staatsvertrag auch nicht mehr zustimmen werden.

Somit werden in NRW alle Fraktionen des Landtages gegen den  Jugendmedienschutz-Staatsvertrag stimmen und damit tritt er in keinem Land der Bundesrepublik in Kraft.

Quellen: Spiegel Online und Allvatar

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Kommentare

Aies 12/17/2010 15:52



Danke, Andreas, für deine Meinung. Grundsätzlich gibt es immer viele gute Ideen, die oft im Ursprung nieder gemacht, zerredet oder schlecht umgesetzt werden. Dieses Thema hat sich (erstmal)
erledigt:


NRW kippt den Jugendmedienschutz-Vertrag! Wie bei Allvatar gelesen hat das Bundesland Nordrhein Westfalen angekündigt, den über Jahre
ausgehandelten Staatsvertrag nicht zuzustimmen. Demnach wird das neue Jugendschutzgesetz, welches auch die Internetsicherheit für Kinder mit einschließt, in keinem Bundesland in Kraft treten,
zumindest nicht wie ursprünglich geplant und zum Januar 2011. Ganze Meldung: Spiegel Online und im Anhang des
Beitrags.
Also doch viel Lärm um letztendlich nichts…



Andreas Müller 12/15/2010 23:51



Gruß an alle Websiteinhaber,


oder besser gesagt: Schlag ins Gesicht!


Diese lustige Zusammenstellung aus Gesetz und technischer Möglichkeit kann nur uns Deutschen einfallen.
Natürlich sollen KInder und Jugendliche vor ungeeigneten Inhalten geschützt werden. Ich denke nur dass es keinen Sinn hat, einen Altersfreigabebutton abzubilden. Ein 10 jähriger wird sich
nähmlich nicht von einem Verweis auf eine Altersfreigabe für ab 12jährige abschrecken lassen. Im Gegenteil, er (sie) wird darurch angespornt, die Inhalte ab 16 zu suchen. Die "Klassenhelden"
kennen dann auch schon die Seiten ab 18. Wir waren schließlich alle selbst in dieser und vergleichbaren Altersstufen.
Ich glaube das die Internetauftritte hierzulande jetzt schon so entschärft sind, dass ein Kind das die heimische Werbung (z.B. Bademittel, Körperpflege) kennt, dabei keinen ernsten Schaden nehmen
kann. Die wirkliche Gefährdung liegt meines Erachtens außerhalb. Auf irgendwelchen Servern in Kasachstan oder ähnlichen, diesbezüglich rechtsfreien Gegenden. Dort lauern die Seiten, die schon
beim Suchbegriff "Quietscheentchen" einen "Schmuddel-Popup" bereithalten. Hier könnte einem der Gedanke kommen: "Das Internet ist international, global!"
Ein nicht unerheblicher Teil des Warenumschlags wird per Internet getätigt. Die Branche boomt wesentlich ausgeprägter als die Stahlindustrie mit ihren tausenden Beschäftigten. Dazu zählen die
großen Internetauktionshäuser, aber auch jeder, noch so kleine, Onlineshop. Diese Handelsplätze hängen jetzt gewaltig am Fliegenfänger. Einerseits müssen sie mit der Angst leben eine absolut
überhöhte Abmahnung zu bekommen, wenn sie ihre Seiten nicht entsprechend gekennzeichnet haben. Anderseits fehlt jede Voraussetzung zur Kennzeichnung. Die einzige Folgerung ist jetzt die Seiten
und damit den Handel und die wirtschaftliche Existenz zu schließen.


Wir Können auch anders!
Ohne den Onlinehandel und die Informationsvielfalt im Internet, landen wir wohl oder übel am Ende der heutigen Zivilisation. Ist das das Ziel, oder erst der Weg?



Charava 12/14/2010 16:56



@ Cil: Doch Extraaufwand, denn ich habe NULL Ahnung, wie ich so ein Bildchen permanent auf einen Blog packe. :) Hab doch nur Standarddesign aus ner Vorlage und wie man da so ein Bildchen sagen
wir mal in der rechten oberen Ecke packt -> keine Ahnung. Und dafür stundenlang das Inet surfen ... nee ... Deswegen mein Wunsch nach einer Möglichkeit, das die großen Anbieter eine
automatische Funktion anbieten. Kann doch auch nur in deren Interesse sein, oder? *g*



Aies 12/13/2010 21:18



Ein Bildchen einzufügen ist sicher kein Aufwand, nur, erstmal wohl der Anfang. Es kann/ wird darauf hinauslaufen das man sich klassifizieren lassen muss und dann sind die Bloganbieter gefragt.
Damit Kinder sert gar nicht auf die Seiten kommen bzw. diese geöffnet werden können, das kann sicherlich von den Eltern am Rechner eingestellt werden: Mein Kind darf nur unter 12-Jahre-Seiten
anschauen und schwubs werden alle Seiten fürs Alter 12+ (also auch WoW) gesperrt.


So kommen die Kinder erst garnicht auf jugendgefährtete Seiten und genau das ist der richtige Schritt. Denn welcher 16 lässt sich an ein Bildchen "ab 18" daran hindern, entsprechende Seiten
aufzurufen? Genau...


...kaum einer. Und darum ist die Idee dahinter eigentlich gut denn Kinder haben ja schon früh und in 10 Jahren noch früher Zugriff aufs Netz und als Eltern kann dem zwar entgegen gewirkt werden,
letztendlich kann ich aber nicht immer aufpassen. Ich möchte jedenfalls nicht das meine Kinder in 10 Jahren entsprechende Seiten aufrufen und sich nen Virus einfangen, denn Kinder sind da eher
unvorsichtig bzw. "blauäugig"...


...ich habe eh die Einstellung sollnse von jeden Bürger (und Bürgerin) ab 18 einen Fingerabdruck und DNA-Probe nehmen, genau damit ließe sich effektiv Verbrechen verhindern, weil man mit hoher
Wahrscheinlichkeit seine Spuren hinterlässt und diese dann zu einem führen. Bin da jetzt zwar bewusst naiv, aber wer nichts zu verbergen hat... von einer Zensur sehe ich da nicht so viel, weil
Kinder wirklich effektiv "geschützt" werden können, nur bedeutet das halt wegen allerlei "schwarze Schafe" bis hin zu wirklichen Verbrechern im Internet halt persönliche Einschränkung und
Mehraufwand.


Das ist jedenfalls meine Meinung!


Grüße Jens



Cil 12/13/2010 15:49



Aber welcher Extraaufwand denn? Sich kurz so ein Bildchen suchen und dieses einfügen, seie es in eine extra Startseite oder per Widget in die Seitenleiste oder oder...5 Minuten Aufwand. Wenn es
hoch kommt.



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