PS:
Unsere (RP-) Begegnung aus der Sicht des „Hordlers“ schildert Orcskine auch in seinem Blog (und im Anhang):
Back to the roots... oder "Humans and Orcs"
Edit 2
Leider hat Orc-Krieger Seabhac sein "Tagebuch" geschlossen und es seiner Gefährtin Loomi gleichgetan, mit WoW aufzuhören. Es war mir eine Ehre, mein Freund - Seite an Seite, ich werde euch vermissen...

Edit
Wenn ich über den Blog von Orcskine schreibe, muss ich auch den Geschichtenblog seiner Gefährtin Loomi erwähnen. Beide spielen viel zusammen und erleben Abenteuer überall in Azeroth. Es ist witzig und spannend, ihre Erlebnisse aus etwas unterschiedliche Blickwinkel zu erleben - weiter so! ![]()

Geschichtenblog von Loomi
Blog von Orcskine - Tagebuch eines Orc-Kriegers
Anhang: Back to the roots... oder „Humans and Orcs“
So könnte man eine noch nicht lange zurück liegende Begegnung beschreiben, von der ich hier erzählen möchte.
Ich war auf diesem unheilvollen Kontinent Nordend unterwegs. Diesen verfluchten, unheil verbreitenden Lichkönig und Ex-Menschen-Paladin Arthas im Visier. Er ist ständig präsent. Nachts höre ich den Wind über die Spitzen der Sturmgipfel heulen, vermischt mit dem Stöhnen seiner untoten Diener, die in unaufhörlichen Strömen dieses gequälte Land überschwemmen.
Am Tag kann man keine fünf Schritte weit laufen, ohne über so einen wurmzerfressenen Ghul oder ein klapperndes Skelett zu stolpern. Wurmzerfressen ist da schon vorbei… Aber leider nicht die Fähigkeit, gefährliche Waffen zu benutzen und auch nicht dieser scheinbar unstillbare Drang, alles Lebende zu seinesgleichen zu machen.
GsD sind wir Lebenden nicht wehrlos. Meine Axt hat bisher noch jedes klappernde Gerippe in den Staub geschickt, aus dem es sich einst erhob und wenn meine Gefährtin ihre lichtbringenden Attacken aufbietet, meine ich zu spüren, wie Arthas auf seinem fernen Eisthron ob dieser Gewalten erzittert. Wehe Dir, Geißelfürst, wenn sie Dir eines Tages gegenübertritt. Du wirst Dir wünschen, es nur mit meiner Axt zu tun zu bekommen…
Nur war sie leider nicht bei mir. Unsere gemeinsamen Interessen erfordern es manchmal, dass ich alleine unterwegs bin, um dieses oder jenes zu besorgen, während sie das Geschäftliche erledigt.
Ich bewege mich also vorsichtig durch geißelversuchtes Gebiet, kann aber gelegentliche Kämpfe mit diesem Gesindel nicht verhindern. Eines dieser verfl.. Skelette traf meinen Arm und ein häßlicher blutendener Schnitt zog sich quer darüber. Gestählt in vielen Schlachten ist das nichts, was mich aus der Bahn wirft, allenfalls ärgerlich und – da ich inzwischen mein komplettes Verbandmaterial verbraucht hatte – nicht zu beheben. Musste also von selbst heilen, wie so viele andere Wunden.
Plötzlich, vor mir durch einen Felsbrocken verdeckt, ein Geräusch… nein, eine Serie von Geräuschen. Dort wurde gekämpft! Da sich die Geißeldiener nur selten untereinander bekämpften, musste es etwas anderes sein.
Ich hob meine Axt und schlich vorsichtig weiter, die Umgebung dennoch im Auge behaltend.
Als ich um den Felsen bog, sah ich… einen Menschen. Einer dieser verflixten Allianzler, mit denen ich bei der Schlacht um Tausendwinter so unangenehme Erfahrungen gemacht hatte. Er hatte zwei Gegner vor sich, derer er sich erwehren musste und – ich sah es nur aus den Augenwinkeln – oben vom Stein machte sich ein weiteres Skelett zum Sprung bereit. Es würde ihn von hinten erwischen und Paladin oder nicht, das war sein Untergang. Geschah ihm ganz recht. Oder…? War nicht mein Geschäftspartner auch ein Menschen-Paladin? Dieser hier konnte zwar nicht besagter Geschäftspartner sein, aber was waren das für ehrlose Gedanken, jemandem im Angesicht der Geißel den Tod zu wünschen – wissend, dass er alsbald ebenfalls als Untoter auf Arthas’ Seite wieder in den Krieg zog?
In dem Moment, in dem sich das Skelett oben auf dem Stein auf den Menschen stürzen wollte, hieb ich mit einem blitzschnellen Schlag, senkrecht nach oben und zerschmetterte es mitten im Sprung. Seiner untoten Kräfte beraubt, fielen die Einzelteile rund um mich herum zu Boden.
Der Paladin – inzwischen mit seinen Gegnern fertig geworden (die Kampfkraft dieser „Lichtgestalten“ ist mir nicht erst seit meiner Gefährtin hinlänglich bekannt) – drehte sich ob des verursachten Geräusches blitzschnell um und wurde meiner gewahr. Einen atemlosen Moment starrten wir uns an, zwei Momente, dann drei. So abgrundtief häßlich waren diese Menschen gar nicht, trotz dieser blassen Hautfarbe. Seine leicht angegrauten Haare verrieten mir, es nicht mehr mit einem ganz jungen Vertreter seiner Rasse zu tun zu haben. Zumal diese wohl auch noch nicht die Fähigkeiten besaßen, sich kämpfend durch Nordend zu bewegen. Darin gleichen sich unsere Völker, dachte ich bei mir. Denn unsere Orc-Kinder müssen auch erst eine jahre- teilweise jahrzehntelange Kriegsausbildung hinter sich haben, bevor sie sich als Krieger allein beweisen dürfen.
Seine ernsten Augen verrieten Reife und… ja Müdigkeit. Umfassende Müdigkeit. Wie jemand, der schon zuviel gesehen hat und sich nach Ruhe sehnt.
Ich senkte meine Axt und auch sein Waffenarm senkte sich. Dann blickte er auf meinen Arm und sah die Wunde, die sich durch den Schlag gegen das Skelett wieder geöffnet hatte. Er hob die andere Hand… wollte er etwa… Ein Paladin braucht immerhin keinen blanken Stahl, um einem Ungemach zu bereiten… verdammte Manafre…
Doch Moment… das war kein Angriff! Mein Arm fühlte sich ganz warm an, wie in einen warmen Umschlag gepackt. Fasziniert sah ich zu, wie sich die Wunde schnell verkleinerte und schließlich ganz schloss. Nur noch eine verkrustete Blutspur erinnerte an den Treffer.
Sprachlos sahen wir uns an. Zwei Wesen, eigentlich Feinde von Geburt an, hier im Kampf vereint und sich gegenseitig helfend… Worte wären hier überflüssig gewesen, auch jede Dankesbezeugung. Jeder von uns wusste, was er dem anderen zu verdanken hatte.
Plötzlich erschien mir die Zukunft heller. Wenn dieser namenlose Paladin und ich unsere Differenzen im Angesicht der Geißel für eine Weile an die Seite schieben können, sollte das doch unseren Anführern auch gelingen.
In einer Vision sah ich die Allianz und die Horde Seite an Seite dem Lichkönig gegenübertreten und ihn mit vereinter Kraft in die Knie zwingen.
Dieser Anblick erfüllte mein Herz und meinen Verstand mit wilder Freude.
„Für die Horde! Arthas, sieh Dich vor!“ brüllte ich, reckte die Axt in den wolkenverhangenen Himmel und stürmte davon. Nichts und niemand konnte mich aufhalten. Dieses Hochgefühl schien mir gradezu Flügel zu verleihen.
Als ich hinter mir einen begeistert klingenden Schrei hörte, wusste ich – ohne mich umzusehen – , dass der Paladin ähnliches empfunden haben musste, denn er rannte, wenngleich in eine von meiner Route abweichenden Richtung, davon, als wären ihm die Erde nicht länger eine Fessel. Ich blieb stehen und sah ihm nach. Er glich einem Feuerelementar, als sich eine seiner Auren um ihn legte und auch seine Axt erfasste.
Seine kommenden Gegner an diesem Tag taten mir fast leid – aber nur fast.
Noch lange, nachdem dieses Hochgefühl wieder verflogen war, erinnerte ich mich an diese Begegnung mit einem Menschen, einem Gegner, einem Feind und dennoch… mit einem, der mir ähnlicher war, als ich gedacht hatte.