Luna schreibt in seinem Blog über
„Bei der Frage was mir bei einem MMORPG wichtig ist stelle ich immer wieder fest es sind die ganz einfachen Dinge:
Ich hätte gerne eine hohe Anzahl an unterschiedlichen Klassen.
Ich levele gerne
Ich queste gerne
Schön aussehen soll es
Komfortabel soll es sein
Die Performance muß stimmen
Weniger wichtig sind mir
Endgame nach erreichen des Level-Cap
Raids
Bei der Frage wie viele dieser Kriterien ein WoW erfüllt komme ich auf 2,5 (Quests, Komfort und nach den ganzen Level-Nerfs noch 0,5 fürs leveln). Einem Vanguard würde ich 2 erfüllt geben (gute Klassen, Optik). Das eine Spiel ist der Monopolist der den Markt beherrscht – das Andere hingegen der Super-Flop der seine Produktionskosten nicht wieder eingespielt hat. Ein Unterschied von 0,5 ist bei 6 max. möglichen Punkten nicht wirklich viel.“
Auch wieder so ein Beitrag, über den es lohnt, einmal genauer nachzudenken. Und so greife ich das Thema hier bei mir auf um festzuhalten, was mir denn nun wichtig ist in einem MMO*:
- Leveln
Wobei mit leveln ja Stufenaufstiege (mit den verschiedenen Klassen) gemeint sind. Für mich ist der Weg das Ziel und dieser ist natürlich ganz stark mit dem Questen verbunden. Die verfügbaren Klassen (für Twinks) und die Geschwindigkeit fürs leveln sind für mich optimal, wobei ich eher wenige meine Twinks spiele. Ich liebe meinen Main!
1 Punkt
- Quests
Das Herz eines MMOs. Quests erzählen die Geschichte und Geschichten. Es ist mir da auch (fast) egal ob es unterstufige Quests oder schwere Gruppen-Q sind. Hauptsache sie machen Spaß und erfüllen eine oder mehrere dieser Merkmale: Story, episch, reisen, Herausforderung, Originalität, Gefühl (z.B. Humor, Spannung), Geschicklichkeit, schöne Belohnung
1 Punkt
- Story
Für mich vielleicht das Wichtigste. WoW verfügt zweifellos an einer überragende Hintergrundwelt mit vielen Handlungsfäden und einem detailliertem Universum. Für mich (ich kann ja nur für mich sprechen) hat es mit seinen Helden, Nationen, Kriegen und Verwicklungen einen hohen Widererkennungswert und man fühlt sich sehr wohl in Azeroth. Durch andere Medien (z.B. Bücher) wird noch tiefer in die Story eingegangen und entwickelt sich mit den Erweiterungen (und Phasing) immer weiter.
1 Punkt
- Komfort
In den letzten Jahren ist WoW sehr komfortabel geworden (z.B. durch Übernahme der Funktionen bekannter Addons). Dazu gibt es reichlich die verschiedensten Addons, um das Spiel nach seinen Wünschen zu gestalten. Viele Kleinigkeiten, die man vielleicht gar nicht so merkt, sind mit WoW Standart geworden. Wenn ich zu Komfort jetzt noch dazu zähle, wie viel (oder wenig) Zeit ich fürs Spielen aufbringen muss um Fortschritte oder Spielspaß zu erzielen, ist das ein weiterer Punkt, der für WoW spricht. Mit nur wenig Zeit und Aufwand ist sehr viel möglich in WoW, z.B. auch Instanzen, was wieder für den Dungeonfinder spricht.
Auch eine gute Performance gehört im Prinzip auch zum Komfort. Da ich aber weder die Technik dahinter, noch andere MMOs zum Vergleichen kenne muss ich nach Gefühl bewerten. Und gefühlt habe ich relativ wenige Probleme mit der Performance, außer in den bekannten Gebieten (Dalaran/ 1000W u.ä.). Dalaran ist zu vergleichen wie damals Ironforge oder Shattrath. Zeitlupenlauf. Meine Speichererweiterung von 512 MB auf 1 GB hat diese schlechte Situation damals behoben, so wie es wahrscheinlich eine Erweiterung auf 2 GB heute beheben würde. Mein Rechner (samt Grafikkarte) ist halt fast 8 Jahre alt…
1 Punkt
- Soloinhalte
Für mich sehr wichtig, obwohl ich immer wieder sage, dass WoW als MMO ein Gruppenspiel ist und auch bleiben sollte. Aber ich sage genau so auch: Ein MMO sollte jeden Spielertyp berücksichtigen und entsprechende Inhalte zur Verfügung stellen. Das kann hier nach gelesen werden.
Es fehlen mir einige wichtige Dinge wie Housing, Solo-Instanzen oder verschiedene innovative (interessante) Inhalte aus anderen MMOs. Darüber hinaus gibt es sehr viele Möglichkeiten, während des levelns und im Endgame alleine zu Recht zu kommen und viel Spaß dabei zu haben (und nein, ein Solo-RPG kann lange nicht die Möglichkeiten eines sich ständig entwickelnden MMO bieten).
Es wäre noch vieles möglich, deshalb nur
0,5 Punkte
- Atmosphäre
Spielwelt und Details.
Das macht WoW auch gut, die Spielwelt hat Charme, ist stimmig und sehr detailliert. Wer mit offenen Augen durch die Gegend rennt, wird viele kleine und größere Dinge bemerken, die einfach nur schön sind und Spaß machen. Musik passt auch ganz gut und die Grafik, sicherlich ist die Comicgrafik nicht jeders Sache, aber ich finde sie in sich geschlossen und sie passt ganz gut zum Spiel. Wobei generell die Technik für mich nicht so wichtig ist.
Stimmung gut, viele Details und dennoch (hier will ich mal hart sein) könnte es noch einiges mehr in dieser Richtung geben. So weiß ich bis heute nicht, in welcher Beziehung Marschall Rotpfad in Süderstade zu den Rotpfads in den Pestländern steht. Ist er ein Onkel von Pamela, ein Onkel von Joseph und Carlin, oder der Bruder? Ein Auswahlpunkt „Die Familie Rotpfad“ (der die Verwandtschaftlichen Verhältnisse klären würde) beim Ansprechen des Marschalls würde für den Lore-Fan (wie mich) einfach toll sein. Immerhin erfährt man im WoW-Roman „Im Strom der Dunkelheit“ den Vornamen vom damaligen Dorfvorsteher Süderstades: Marcus. Marcus Rotpfad.
Besonders solche Kleinigkeiten sind es, die mir auffallen und mir auch wichtig sind. Da mir beim spielen 1000 mögliche Ideen zu Detailverbesserungen in WoW kommen, gebe ich hier auch nur
0,5 Punkte
- Abwechselung
Machen zu können was ich möchte, immer und überall ohne das mir langweilig wird. Für mich geht das in WoW bereits mit den aktuellen Inhalten. Cataclysm wird die Alte Welt verändern, darauf bin ich schon sehr gespannt und ich bekomme wieder mehr Abwechselung. Hier beschreibe ich zwar weitere, sehr interessante Inhalte für noch mehr Abwechselung, aber die Vorhandenen sind schon mehr als genug für mich als Casual. Zwar zählt mein Blog nicht zum direkten Spiel, allerdings macht er sehr viel Spaß und gibt mir weitere Möglichkeiten (Diskussionen, Infos, RP) hinzu, die teilweise dann auch ins richtige Spiel einfließen, wie dieser oder dieser Beitrag beweisen.
Sicher liegt es auch daran, dass ich nur in Maßen spielen kann, würde ich jeden Tag einige Stunden mit WoW verbringen, würde mir vielleicht (wie woanders oft nachzulesen ist) auch irgendwann langweilig werden. Aber so bin ich sehr zufrieden, habe meine ToDo-Liste und hoffe, dass Cataclysm wirklich erst im 3. Quartal 2010 erscheint…
1 Punkt
- Charakterentwicklung
Für mich auch sehr essenziell. Hier schwächelt WoW aber leider sehr, wie vermutlich alle Computer-RPG/ MMOs (außer DDO). Vielleicht ist es verkehrt von mir, ein MMO mit einem Pen&Paper-RPG zu vergleichen?
Dabei wäre der Aufwand wahrscheinlich gar nicht so groß, einige steigerbare Fähigkeiten mehr ins Spiel zu integrieren. Warum kann ich keine Fremdsprache der anderen Allianzvölker lernen (alleine da würden mir tolle Quests einfallen)? Warum gibt es keine steigerbare Fähigkeiten, die nur zum Spaß da sind (Musizieren). Wo sind Tavernenspiele (z.B. Armdrücken und Pfeilwerfen als Minigames)? Warum kann mein Char nicht klettern? Warum gibt es ein so wichtiges RP-Attribut wie Charisma nicht? Was mir alles für Möglichkeiten allein nur mit Charisma einfallen würde…
WoW bietet nur Berufe und Waffenskills als steigerbare Fähigkeiten, anderes wie Schwimmen kann man einfach und die Reitskills kauft man sich mit entsprechender Stufe einfach. Das ist eindeutig zu wenig. Daher keinen Punkt, obwohl ich mich mit Aies richtig gut identifizieren kann. Bin auch gespannt auf den „Pfad der Titanen“, der den Spieler auch mit Endstufe weiter verbessern kann.
0 Punkte
- Gemeinschaft
Eigentlich ganz wichtig für ein MMO. Nun verfügt WoW über 11 Millionen Spieler, da die richtigen Mitspieler zu finden, dürfte schwer sein. 2005/ 2006 zu Beginn meiner WoW-Laufbahn war mir die Gemeinschaft am wichtigsten (schließlich ist es ja auch ein MMO!) und am schönsten war die Zeit in der Gilde, da hat alles gepasst. 2007 hab ich noch mit einer Priesterin gequestet, was auch sehr schön gewesen ist. 2008 habe ich überwiegend Solo gespielt und mit WotLK bin ich auch wieder in Instanzen gegangen was mit dem Dungeonfinder jetzt noch einfacher geht.
Den Wert einer Gemeinschaft schafft sich der Spieler selbst und er kann nur die vorgegeben Instrumente nutzen, ansonsten liegt viel an ihm selbst. Auch Rollenspiel muss der Spieler selber betreiben, wie ausgeprägt er das machen will, liegt an ihm selbst. Dafür gibt es eigene RP-Server.
Housing, wenn es richtig umgesetzt werden würde, wäre ein Gewinn für die Gemeinschaft und fürs RP. Aber der allgemeine WoW-Spieler legt vermutlich auch nicht den Wert auf RP, wie z.B. ein HdRO-Spieler, seine Schwerpunkte sind woanders zu suchen.
Mit Cataclsym wird Blizzard umfangreiche Gildenfunktionen einführen was sicherlich zu erhöhten Aktivitäten, zumindest in bereits bestehenden Gilden, führen wird.
Dennoch liegt es am Spieler selbst, Teil einer Gemeinschaft zu sein/ werden, wenn er denn möchte und so kann und werde ich diesen Punkt nicht in meine Bewertung aufnehmen.
Edit
Noma schreibt in ihrem Blog noch ein paar Worte über Gilden:
"Gilde – vermutlich nie wieder; ich habe alles durch, angehende Raidgilden, Fungilden, eine mehrmonatige Gildenauflösung; wer emotional in der Gosse landen möchte, sollte sich letzeres antun – am Ende von TBC hätte ein Engel kommen können und ich hätte ihn für den Teufel gehalten."
Ganz so niederschmetternd würde ich es wohl nicht formulieren, aber es stimmt schon in gewissen Ansätzen. Als Gildenmeister habe ich teilweise emotional stark gelitten, so schön es in der Gilde auch war, später als der Aufwand hoch war, sie am laufen zu halten, hat mein Herz öfter geblutet, als mir lieb war. Mal zu versuchen, es allen Recht zu machen/ machen zu müssen, war keine dankbare Aufgabe, alle hatten hohe Erwartungen. Dazu kam niemals ein "Danke", die Leute wollen halt ins gemachte Nest, ohne was dafür zu tun...
6 von 8 möglichen Punkten würde WoW also von mir bekommen und ja ich habe mich bemüht, kritisch zu urteilen. Aber ich mag WoW einfach…
Natürlich legt jeder Spieler selbst für sich fest, welche Merkmale und Voraussetzungen er in einem Spiel vorfinden will, um es zu spielen und es gut zu finden. Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich immer streiten und so kann ich nur für mich sprechen!
* Ich schreibe stets MMO, wobei mir klar ist das der richtige Begriff für Online-Rollenspiele (wie WoW) MMORPG lauten muss, also nicht wundern!
Diese Bewertung bezieht sich natürlich auf WoW, ich spiele nur dieses eine MMO.